Montag, 4. November 2013

Grenzgänger...

... oder, Spontanaktionen die manchmal echt die Stimmung heben und ablenken. Erst recht wenn es eigentlich nach einem verregneten, kalten, öden Sonntagnachmittag aussieht. Tage an denen die Zeit hier drin irgendwie nicht vorbei gehen möchte... Und dann wird man gefragt ob man nicht Lust hat mit nach Schaffhausen zu fahren. An den Rheinfall.
Meine Stimmung hielt sich in Grenzen, da ich aber noch nie am Rheinfall war und man sich manchmal eben auch selbst nen Arschtritt geben muss, ging ich mit.
Los in Richtung schönes Wetter und viel frische Luft.
Zwei Stunden Fußmarsch, steile Treppen hoch und runter, matschige, glitschige, schmale Wege, viel frische Luft...unterwegs mit lieben Menschen...
Ein Nachmittag der meinen Kopf etwas freigemacht hat und viele schöne Eindrücke die ich natürlich in Fotos festhalten musste:











... und zum Schluss mal ein aktueller Schnappschuss von mir...


Freitag, 1. November 2013

Blessed Samhain...

... gleich ist hier "Nachtruhe" und bevor ich in mein Zimmer verschwinde nutze ich noch das WLAN hier in der Mediathek um euch ein wunderschönes Samhain zu wünschen!
Dieses Jahr ist es irgendwie etwas ganz besonderes, intensiveres...schwer zu beschreiben.
Heute Morgen zog es mich in den Nebel...und heute Abend bin ich das erste Mal um den Bergsee gelaufen und habe die Natur und diese Stille regelrecht aufgesaugt...





Edit: Kam leider doch nicht mehr dazu den Post gestern Abend zu veröffentlichen...

Montag, 28. Oktober 2013

Eindrücke...

... In Bildern...


...die ersten "dunkle Wolken, DämonenTage"
erwischten mich gleich an meinem ersten Wochenende...


...ausgerechnet ein Sonntag, ein Tag der irgendwie überhaupt nicht rumgehen mag, man irgendwann auf die Idee kommt seinen Thermobecher zu bemalen...


...der "Perfektionist" am Ordner und Register anlegen, und doch derzeit am zweifeln weil ich meine Hausaufgaben nicht so ganz verstehe, mir da total nen Druck mache...


...dazwischen doch mal das schöne sehen und lernen sich etwas gutes zu tun, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben...



...nicht gleich das schlimmste sehen, erst recht wenn man es eh nicht ändern kann, oder eben warten, denn manchmal verziehen sich die dunklen Wolken am Morgen und die Sonne findet ihren Weg... 


...ja und manchmal findet auch anderes seinen Weg, wie zum Beispiel 
dieser Schmetterling hier, heute Vormittag :-)


...er ließ sich auf meiner Augenbraue nieder und 
wollte garnicht mehr weg...


...und zuguter letzt, die Emmi, unser Klinikdackel
(gehört einer Patientin)



Hier bin ich also...

...Gestern, am Montag sind es schon zwei Wochen seit ich hier in Bad Säckingen bin.

Tja, was soll ich sagen... die Klinik war eine gute Wahl und auch wenn es nicht einfach ist, bereue ich diese Entscheidung nicht! Das Wochenende bevor es montags losging war die reinste Qual. Ziemlich emotional und stressig und so schwer der Abschied auch war, ich mich sowas von zusammennehmen musste als ich meinen zwei Lieben Tschüß sagte, ich sehnte mich danach... Einfach nur noch weg von hier...
Die letzten Wochen waren alles andere als schön, sie kosteten viel Kraft und Tränen. Meine krassen Hochs und Tiefs, meine emotionalen Ausratser, das nicht alleine sein können, mein oftmals respektloses Verhalten gegenüber meinem Partner und danach wieder die Angst was ich da eigentlich mache, Angst er könnte die Schnauze irgendwann voll haben mit mir, das blutig kratzen etc... Ließen auf meiner Überweisung noch eine andere Diagnose stehen, gegen die ich mich noch die erste Woche in der Klinik wehrte...
Es brauchte schon lange bis ich es endlich einsah Depressionen zu haben, nicht mehr dagegen ankämpfen, sich damit auseinandersetzen und jetzt soll da noch was anderes sein?
Eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung?
Kleine Diskussionen mit meiner Therapeutin dass ich tagtäglich selbstverletzendes Verhalten betreibe... Ich es selbst nicht einsehe und mich die letzten Tage wehement dagegen gewehrt habe, auf die Frage hin was ich machen würde wenn meine Tochter in ein paar Jahren solch Verhaltensmuster hätte ich mit dem Satz antwortete dass ich alles versuchen würde damit sie damit aufhört, ich es selbst bei mir aber nicht sehen mag etc... All das war und ist alles andere als einfach, drei Einzeltherapiestunden plus Gruppen etc., dass ist Arbeit.
Aber es hat ja auch niemand gesagt dass es einfach wird oder ich hier gediegen Urlaub mache.

Achtsamkeit ist einers meiner Themen, achtsam mit sich selbst umgehen, sich etwas gutes tun und dabei kein schlechtes Gewissen zu haben... Dass fällt mir sehr schwer.
Aber ja, es hat ja einen Grund dass ich hier bin.

Es ist schön hier Menschen zu begegnen wo man sich nicht verstellen muss, sich nicht zusammenreissen muss, man so genommen wird wie man eben ist.
Die Gespräche, diese Offenheit, dass wir hier alle sozusagen im selben Boot sitzen, stellenweise uns hineinversetzen oder mitfühlen können wie es dem ein oder anderen geht, weil man es selbst kennt, dass ist so viel Wert!

Seit einer Woche versuche ich nun mindestens drei mal die Woche morgens um 7:45 ins Aktiv Yoga zu gehen. Nordic walking ist nicht so meines, aber Yoga am Morgen ist echt Klasse!
So nach und nach beginnen die Gruppen für die mich meine Therapeutin angemeldet hat, Depressionsgruppe, MBCT (Achtsamkeit) und IPF (Interpersonelles Fertigkeiten Training)... Ach ja, Ergo hab ich ganz vergessen aber was ich da so anstelle ist ein extra Post wert.

Was meine Spiritualität angeht, hatte ich in den letzten Tagen ganz verblüffende Gedankenblitze und ich finde es spannend...


Mittwoch, 9. Oktober 2013

Lebenszeichen...

... jaaa, den Blog gibts noch.
Die Tage, die Zeit vergeht so schnell.
Gestern wurde mein Mann entlassen, vor sechs Wochen kam mir das alles noch so ewig lange vor. Waren doch die letzten Wochen ein ständiges auf und ab. Nicht immer war ich meinem Partner eine große Hilfe oder Stütze, oftmals war ich mit der gesamten Situation einfach nur überfordert. Verständnislos, zornig, agressiv und im nächsten Moment kamen Heulkrämpfe. Was das alleine sein anging, das gelang mir nach einiger Zeit ganz gut. Und ja, ich würde sogar sagen mein Töchterlein und ich haben die Zeit zu zweit gut hingekriegt.
Derzeit habe ich immer noch einmal wöchentlich Therapie, vor zwei Wochen war ich das letzte Mal bei meiner Psychiaterin. Natürlich fragte sie standartmäßig wie ich denn mit meinen Antidepressiva klar komme und ich antwortete dass es ehrlich gesagt keinen Unterschied macht ob ich auf 112 mg oder 150 mg bin."
Gestern nahm ich endlich meinen Mut zusammen und rief nochmals in der Klinik an. Das Formelle hatten wir ja schon vor einigen Wochen am Telefon besprochen, gestern wurde ich allerdings noch mit dem Oberarzt verbunden.
Oh Man, stellte ich mich an, ich war sowas von nervös und unsicher, sollte einige Fragen beantworten... Ob es schonmal einen stat. Aufenthalt gab, welche Medis, wie hoch, Therapie bla bla bla...
Ich dachte die ganze Zeit "oh Man, was stammelst du denn da zusammen, nimmt der dich überhaupt ernst..."?
Und irgendwann sagte der Arzt dann "wieso wollen sie erst am 21.10. kommen, sie wissen schon dass wir hier eine Akutklinik sind und sie sofort, oder sagen wir am Montag kommen können..."
*Schluck*
Klar, er hat ja recht, ich schiebe es schon so lange vor mir her und eine Woche später fällt mir der Abschied sicher auch nicht leichter.
Warum ich nicht schon früher komme? Ganz einfach, weil ich ja noch sooo vieles erledigen muss, damit auch alles ohne mich läuft...
Eigentlich total bescheuert.
Also lies ich mir regelrecht den 14.10. aufdrücken, ich kämpfte schon mit den Tränen und wollte irgendwie auch garnicht mehr nach Ausreden für nen späteren Termin suchen.

Diese Woche ist also sowas von vollgepackt dass ich noch garnicht groß zum nachdenken komme und das ist vielleicht gut so.
Letzte Woche ist mir zu allem übel auch noch einer an der Ampel hinten rein gefahren, derzeit steht unser Auto in der Werkstatt und ich fahre mit nem Ersatzwagen (also an eine A Klasse könnt ich mich gewöhnen ;-)
Arzttermine, Therapie, Überweisung für die Klinik holen, Werkstatt, und auch noch die U9 mit Töchterlein.
Schauen was ich noch besorgen muss bis zur Abreise, Wäsche aufs laufende bringen etc...
Die Zeit rast und ich hoffe ich kann die letzten Tage mit meinen Lieben noch etwas genießen.

Vor 3 Wochen habe ich mir ein Tablet "gegönnt", meinen globigen Laptop wollte ich nicht mitnehmen. Werde also nicht ganz von der Außenwelt abgeschottet sein ;-)
Und wenn man schon Telefon und TV aufm Zimmer hat, denke ich mal wird man mir sicher nicht das Handy oder Tablet wegnehmen.

Das wars mal von mir, werde aber nochmals schreiben bevor ich hier die Düse mache...




Mittwoch, 18. September 2013

Vom alleine sein.... (Teil 2)

Mittlerweile ist mein Mann schon die vierte Woche weg.
Ganz, ganz langsam gewöhne ich mich an die Situation. Die erste Woche war allerdings sehr bescheiden, um es milde auszudrücken :-(

Als wir wußten wann mein Mann sozusagen ins Krankenhaus geht haben wir versucht es Töchterlein kingerecht zu erklären. Einfach war das nicht, und ohne Tränchen geht sowas erst recht nicht. Es ist ja schon für Erwachsene schwer Depressionen und dergleichen zu verstehen. Wie erklärt man einem Kind dann sowas? Krankenhaus? Ohne dass man eigentlich eine "Verletzung" sieht?
Ich denke wir haben es gut hingekriegt, doch als wir fertig waren schaute mein Töchterlein mich fragend an, ich wollte eigentlich noch warten mit meinem Klinikaufenthalt.
Nun ja, Kinder sind nicht blöd und haben super Antennen.
Sie schaute mich an und meinte "Und Mama, was ist mit Dir? Warst Du auch schon im Krankenhaus?"
*schluck*
Also erklärten wir ihr wie es bei mir dann aussieht.
Aber ich sagte ihr auch dass ich sie auch mitnehmen könne, sie aber dann viel alleine ist, fremde Erzieher, fremde Kinder etc...
Sie schüttelte sofort den Kopf, nein, sie will da nicht mit.
Und ich dachte einfach nur was für ein tolles und tapferes Mädchen ich habe.

Die letzten Tage bevor mein Mann ging riss ich mich einfach nur zusammen. Unsicherheiten und Ängstlichkeiten so gut wie's geht unterdrücken. Es ihm und Töchterlein nicht unnötig schwer machen...
Am Tag seiner "Aufnahme" lief für mich morgens alles wie in einem Film ab.
Funktionieren, zusammenreissen...er bestellte sich ein Taxi da ich ihn nicht hinfahren wollte (ich hasse Abschiedszenen).
Töchterlein wollte unbedingt warten bis das Taxi kommt, und dann gings ganz schnell...keine Tränen, drücken, Tschüß sagen.
Kind in den Kiga fahren, Ablenkung für sie... ich nach Hause und in einen Putzwahn verfallen.

Warten...kommt ein Anruf, kommt ne Whats App??? Gibts Kontaktsperre etc.
Auf der Station wo er ist ist das recht locker, Handys erlaubt, Besuche ebenfalls und nach 17 Uhr (Mahlzeiten sind Pflicht) darf man sogar das Gelände verlassen. Ab dem dritten Wochenende ist eine Übernachtung "erlaubt".
Auf der einen Seite freue ich mich über diese lockeren Regelungen, andererseits wird mir aber auch klar dass diese Station absolut nichts für mich wäre.
Ich kenne mich, ich würde jeden Tag zuhause anrufen oder nach Hause fahren um zu schauen ob alles in Ordnung ist.

Wie es mir geht?
Naja, ein totales auf und ab....Stimmungsschwankungen pur.
In den ersten zwei Wochen war es sogar schwer für mich zu sehen was für Fortschritte mein Mann macht, 
überfordert mit der Situation, trotzig, kindisch... Gedanken wie "schön für Dich, und was ist mit mir? Ich sitze hier draußen und hab nen Stillstand und Du bist hier drin und erzählst mir wie gut es Dir geht, besser geht..."
"Schaffe ich das? Halte ich noch diese Wochen durch???"
Trotz, Zorn, agressiv und von jetzt auf nachher ging es in nen Heulkrampf über.

Mittlerweile ist immerhin das zornige, agressive weg...was die Stimmungsschwankungen angeht kann ich das absolut nicht einschätzen.
Tage an denen man morgens aufsteht und sich gut fühlt, motiviert ist bestimmte Dinge anzupacken, man von seinen Mitmenschen zu hören kriegt "hey, Du siehst gut aus, schau mal Du packst dies und das an..." und man denkt nur "joa, alles klar...meine Fassade glänzt bestens".
Und dann kann es passieren dass sich von jetzt auf nachher wieder dieses schwere anbahnt, ohne Grund, ohne Auslöser...man spürt es wie es langsam kommt und denkt nur "och nee, nicht schon wieder, warum jetzt, mir gehts doch gut, ich will das jetzt nicht"...
Schwer zu erklären.
Komme mir gerade ziemlich bescheuert vor dass hier zu schreiben, aber ich mach das auch für mich, möchte das festhalten und vielleicht irgendwann mal ausdrucken.
Was das alleine sein angeht ist dass so ne Sache... ich bin es ja eigentlich nicht, denn mein Töchterlein ist da und das ist gut so.
Aber ich muss auch feststellen dass ich ständig am überlegen bin was wir machen, dass sie Action und Programm hat, nach dem Kiga noch dies und das machen, ich immer das Gefühl habe ihr was zu bieten, was zu machen was ihr Freude bereitet und oftmals vergesse ich mich dabei selbst.
Ich packe den Tag manchmal voll mit Dingen die nicht sein müßten, nicht täglich sein müssten, hauptsache man hat was getan und ist nicht mit sich beschäftigt.
Wenn ich alleine zu Hause bin, meine Nähmaschine sehe, meine Stoffe, meine Sommerpflanzen auf dem Balkon die so nach und nach verblüht sind, es Zeit wäre für winterfeste Pflanzen oder so... dann fehlt mir die Muse, der Antrieb...ein Gefühl von Langeweile obwohl doch genügend Inspiration da wäre.

Alles a bissel chaotisch, aber der Schritt in die richtige Richtung ist ja getan.
In der Klinik angerufen und auch schon ein Datum fest gehalten, wenn mein Schatz früher "draußen" ist, geht es auch früher...
Ich spüre es immer mehr, dass diese Entscheidung absolut richtig war!
Und ich hoffe und wünsche es mir einfach dass mir die Zeit dort was bringt, dass ich zu mir finde, lerne damit umzugehen.

Donnerstag, 5. September 2013

Vom alleine sein... (Teil 1)

Das "allein sein" begleitet mich schon ewig, bzw. die Angst und das Gefühl alleine zu sein...
Es ist ein sch*** Gefühl, vor allem weil es oftmals Überhand gewinnt und man sich vor kommt wie ein kleines, unselbständiges Kind.
Aber vielleicht kommt dieses Gefühl auch von ganz weit weg, schlummert schon seit Kindheitstagen in einem drin.
Ein Stück weit gehört das ja auch dazu, wenn ein Baby seine "Fremdelphasen" hat, wenn Kleinkinder in den Kindergarten kommen oder die Phasen haben dass Mama oder Papa vielleicht mal nicht mehr da sind...
Ja, vielleicht gehört das dazu...doch wann ist es genug?
Kann man so ewtas überhaupt pauschalisieren? "Muss" man das alleine sein einfach irgendwann akzeptieren, ertragen, annehmen...?

Ich gehöre wohl zu denjenigen welche das "alleine sein" noch nie so richtig "gelernt" haben.
Es war und ist für mich immernoch (sehr) schwer... das Gefühl des alleine seins, abends im Kinderzimmer, im Bett, Angst vor dem alleine sein wenn es um Landschulheimaufenthalte oder Konfirmantenfreizeit ginge. In der neunten Klasse "schaffte" ich es damals endlich mit auf Klassenfahrt in die Toscana zu gehen...ein Jahr später München (Abschlussfahrt)... und dennoch... Als ich mit 21 von zuhause auszog, meine erste, eigene Wohnung hatte, kam die Angst vor dem alleine sein in dem Moment als mein mittlerweile Ex-Mann damals für zwei Jahre nach Stuttgart auf die Technikerschule ging.
Diese zwei Jahre waren schrecklich, besonders abends, wenn der Tag dem Ende zuging, ich die Wohnungstür hinter mir schloss und "alleine" war.
Ich hasste es, dieses scheiß Gefühl, die Tatsache zwei Jahre mehr oder weniger eine Wochenendbeziehung zu führen und konnte die Wochenenden an denen mein Partner dann da war auch sehr schwer genießen.
Sonntagmorgens ging es schon los,dieses ständige auf die Uhr schauen, wieviel Stunden ist er noch da bis ich wieder alleine bin etc... oh ja, ich machte es meinem Partner schwer und meinen Mitmenschen auch. Viele konnten es sicher nicht nachvollziehen, wußten irgendwann sicher auch nicht mehr wie sie damit umgehen sollten, was sie mir noch aufbauendes sagen sollten etc...

Und nun? Ist dieses "alleine sein" wieder present....

Ich bin seit fast 5 Jahren mit meinem Partner, meinem Mann zusammen (wir sind zwar nicht verheiratet, aber ja, er ist mein Mann...)
Ich gebe, gerade was Beziehungen angeht doch nicht alles preis, erst recht nicht in einem öffentlichen Blog, aber ja, heute muss ich ein kleines bisschen preisgeben, ausholen...und nach Rücksprache mit meinem Schatz ist das auch ok.
Wie oft haben mein Mann und ich schon zu hören bekommen was für eine ungünste Konstellation es doch sei, dass wir zwei uns "gefunden haben".
Mein Mann der mir damals, als wir noch nicht einmal zusammen waren sagte dass er eine Borderline Diagnose habe, Depressionen...
Er hatte damals eine 10-jährige Psychotherapie schon hinter sich, nahm seine Antidepressiva und sein letzter Selbstverletzungsversuch war 2004. Ich konnte damals so gut wie nichts mit diesen Themen anfangen, ich bewunderte ihn, NEIN, ich bewundere ihn immer noch, wie er sein Leben in den Griff bekommen hat und ich ging diese Beziehung mit ihm ein.
Bis HEUTE bereue ich KEINEN einzigen Tag, auch wenn oftmals Dämonentage dazwischen waren.
Doch Fakt ist eben auch, dass wenn man eh schon "vorbelastet" ist, auch anfälliger für andere Dinge ist.
Man nicht so belastbar im Alltag ist, schneller am Anschlag ist etc.
Fakt ist eben auch, dass mein Mann seit Anfang Juni zuhause ist, ein klassischer Burnout... seine Arbeitssituation war und ist einfach beschissen und sie brachte in den letzten Monaten viel an Druck rein, in unseren Alltag, unsere Beziehung...
Es ging eigentlich nur noch um die Arbeit, das "abschalten" ging garnicht mehr...im Schlaf redete er und plante Baustellen, wenn er überhaupt noch richtig schlief.
Und irgendwann macht es einfach Peng, man wacht morgens auf und schafft es nicht mehr aus dem Bett.
Wenn der andere Partner ebenfalls psychisch angeschlagen ist, Depressionen hat (auch wenn er immer mal wieder dagegen ankämpft ;-) dann ist das echt nicht einfach.
Man funktioniert, muss versuchen stark zu bleiben, für Töchterlein und den Partner.
Man ignoriert seine Bedürfnisse, seinen eigenen Zustand und merkt einfach selbst nicht mehr wann alles zuviel wird, hat selbst seine "Baustellen" und Druck auf der Arbeit.
So waren wir also seit meinem Nervenzusammenbruch die letzten 7 Wochen beide zuhause... und ja, irgendwann kommt einfach der Punkt an dem man sich gegenseitig nicht mehr groß auffangen kann, halt geben kann weil man genug mit sich zu kämpfen hat.
Vor drei Wochen war mein Mann dann einfach an einem Punkt wo er sagte dass er nicht weiter kommt, er schon so lange zuhause ist und es nicht besser wird, er ja auch wieder irgendwann arbeiten muss etc.
Seine Therapeutin sprach ihn auf die psychosomatische Station in unserem Krankenhaus vor Ort an und er machte dort einen Termin zu einem Vorstellungsgespräch aus.
Wir dachten beide dass dort sicher Wartezeiten bestehen und waren im ersten Moment geschockt als noch am selben Tag das Telefon klingelte und man ihm sagte dass er in einigen Tagen seinen stationären Aufenthalt antreten kann.
Sofort kam das Gefühl hoch, "oh Gott, bald bist Du alleine"! Ein Gefühl wie damals 2002 und es fühlte sich beschissen an.
Dazu kamen absolute Zweifel ob die Idee Töchterlein mit in diese eine Klinik zu nehmen so eine gute Idee sei.
Ich las viel im Internet, Bewertungen, Erfahrungen etc. Und viele Mütter schrieben eben "überlegt es Euch gut, so einen Aufenthalt mit einem kleinen Kind anzutreten ist sehr, sehr anstrengend".
Eine Mutter brach sogar ihren Aufenthalt nach fünf Tagen ab weil das Kind Heimweh hatte, es keine Eingewöhnung dort im Kiga gab und vor lauter psychischem Stress nichts mehr essen wollte und Fieber bekam...
Ich kenne mein Kind, und ich bekam einfach Zweifel. Keine Eingewöhnung, sie MUSS funktionieren, ich muss sie morgens dort im Kiga lassen damit ich pünktlich und vor allem meine Therapien, Anwendungen etc. wahrnehmen kann. Die Betreuung geht natürlich "nur" solange ich mein Programm habe, wir wissen dass eine Therapie auch mal ganz schön heftig sein kann, man danach einfach nur seine Ruhe mag, vielleicht einiges hoch kommt und man am weinen ist.... und dann?
Steht da ein Kind dass beschäftigt werden will, egal ob man sich dazu in der Lage fühlt oder nicht.

Ich besprach all meine Sorgen und Bedenken mit meinem Mann durch und er fragte mich ob ich denn noch ein paar Wochen warten könnte, durchhalten so doof es klingen mag, dann könnte ich diesen Schritt in die Klinik ALLEINE gehen...
Natürlich blockte ich erstmal ab, blos meinem Partner keine Umstände machen, kann ich das annehmen, kann ich das von ihm verlangen???

Wieder eine Therapiestunde, wieder einen Termin bei der Psychiaterin und Zuspruch von beiden dass dieser Schritt alleine doch besser, sinnvoller wäre.
Wieder ein schlechtes Gewissen, diesmal meinem Kind gegenüber.
Doch JA,
wenn ich in absehbarer Zeit nicht diesen Weg gehe, wann dann?
Erst wenn es mich noch weiter runter zieht?
Gibt es eine Grenze nach unten?
Lieber JETZT als wenn sie in die Schule kommt! Hier hat sie ihr gewohntes Umfeld, ihre Erzieher, Freunde, Papa, Omas und Co...

FORTSETZUNG FOLGT...