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Donnerstag, 15. August 2013

Die Zeit rast...

Wieder ist ein Jahr vergangen, die Zeit rast so schnell...



Meine kleine, (große) Maus,

hatte heute ihren 5. Geburtstag!
Seit Tagen hörte man fast nix anderes wie "wieviel mal muss ich noch schlafen bis ich Geburtstag hab?"
Heute Morgen um halb sieben *gähn* stand sie hellwach neben meinem Bett, aufgeregt und hibbelig...
Unsere Geschenke durfte sie natürlich gleich heute Morgen auspacken, es ist so schön leuchtende, strahlende Kinderaugen zu sehen.
Und wie schnell wir heute im Kindergarten waren, sonst ist sie ja eher am trödeln und macht alles andere nur nicht sich anziehen, Zähne putzen etc.
Kurz nach acht waren wir schon im Kindergarten, stolz trug sie ihren Clownkuchen welchen wir gestern Abend noch zusammen gebacken haben.
Heute Nachmittag ging es dann zuhause weiter. Es war schön wer alles da war, an sie gedacht und gratuliert hat... ja, es war ein actionreicher, aufregender Tag.
Seit 21 Uhr liegt mein Töchterlein nun selig schlummernd im Bett und ich muss gestehen, mir hats dann auch gereicht. Ein recht vollgepackter, stressiger, aber ja, auch schöner Tag.
Zwischendrin gab es schon Situationen wo ich einfach merkte dass mich vieles noch anstrengt, Kraft kostet und ich bei 8 Leuten in der Küche teilweise echt mit der Konzentration zu kämpfen hatte. Mir das zuviel wurde...

Dieser Tag sollte aber etwas besonderes sein, man wird nur einmal fünf und ich wollte das mein Töchterlein einen schönen Geburtstag hat.


Mittwoch, 31. Oktober 2012

"Mama, müssen alle Menschen einmal sterben?"

Diese Frage stellte mir mein Töchterlein vor einigen Wochen.
Los ging das Thema schon vor längerer Zeit, als ich eines Nachmittags mein Töchterlein und deren Freundin vom Kindergarten abholte. Beide Mädels fingen im Auto auf einmal an mir zu erzählen was für ein "tolles" neues Spiel sie im Kiga gespielt haben. "Mama, wir haben tot gespielt"!
Ich meinte dass das aber kein schönes Spiel sei und zur Antwort bekam ich "doch Mama, wir sind alle tot umgefallen und dann hat der ... in die Hände geklatscht und dann waren wir wieder da..."
Ich versuchte es zu erklären dass das eben nicht so ist, wenn man tot ist, ist man tot, und dass ist nicht schön, dann ist man nicht mehr da, nie mehr...

Töchterleins Freundin trieb es da noch etwas bunter, sie wollte dass ihr Onkel tot umfällt um zu sehen ob er danach wieder aufsteht.
Bei uns kam das Thema dann erst ein paar Tage später wieder zur Sprache, als mich Töchterlein eines Abends fragte "Mama, müssen alle Menschen einmal sterben?"
"Ja, irgendwann müssen wir alle eimal sterben" *schluck*
Ich muss gestehen dass mich dieses Thema im ersten Moment etwas überforderte.
Ich rechnete nicht damit dass mich ein vierjähriges Kind schon so etwas fragt, ertappte mich sogar mit dem Gedanken "wieso hast Du mich nicht erstmal gefragt wo die Babys herkommen?" *g*

Zwischenzeitlich war dieses Thema auch im Kiga present und meine Freundin und ich kamen ins Gespräch, ich muss dazu sagen dass meine Freundin die Mama von Töchterleins Kiga-Freundin ist und so kamen wir zu dem Entschluss mit unseren Mädels auf den Karlsruher Hauptfriedhof zu gehen.
Ich sprach diese Idee bei Töchterleins Erzieher an und er fand diese Idee ebenfalls nicht verkehrt, im Gegenteil.
Töchterlein besucht ja einen freien Kindergarten, also keinen kirchlichen. Dementsprechend machen die Kinder dort nicht, ich sag jetzt mal, das Kirchenjahr "durch" wie z.B. in einem katholischen oder evangelischen Kiga. Dort ist es vielleicht ganz "normal" an Ostern über Tod und Auferstehung zu reden etc...
Ich unterhielt mich eine Weile mit unserem Erzieher und er meinte dass er die Idee nicht schlecht findet, es leider noch bei vielen Familien so ist dass dem Thema "Tod" aus dem Weg gegangen wird und viele Kinder erst damit konfrontiert werden wenn es z.B. einen Todesfall in der Familie oder Freundes,-/Bekanntenkreis gibt.... viele Eltern und ja, auch Kinder dann total damit überfordert sind.

Also zogen wir vor knapp 4 Wochen, an einem schönen Freitag Nachmittag in Richtung Hauptfriedhof. Es war ein wunderschöner, sonniger Nachmittag.
Altweibersommer, wie man so schön sagt ;-) raschelndes Laub auf dem Boden, tanzende Blätter in der Luft...und diese Ruhe, diese Stille um einen herum.


Wir wollten nicht planlos durch den Friedhof spazieren sondern machten erstmal den "Lebensgarten" durch.
Es handelt sich dabei um einen symbolischen Trauerweg in 14 Stationen. Ein sehr schön angelegter Garten, steinige Wege, aber auch "glatte", über Brücken etc...
Während ich versuche hier die richtigen Worte zu finden merke ich gerade dass es mir bei diesem Thema garnicht so leicht fällt.
Ich zitierte mal einen kleinen Ausschnitt aus der Karlsruher Stadtzeitung 

..." In 14 Stationen führt der symbolische Trauerweg von der Zeit, als "alles noch in Ordnung" war, über den Schock des Todes in die Zeit der inneren und äußeren Auseinandersetzung mit Gefühlen und Gedanken, um sich dann zunehmend mit der Gestaltung des eigenen weiteren Lebenswegs zu befassen. Auf dem Weg durch den Lebensgarten findet der Trauernde Texte, die zur inneren Auseinandersetzung anregen, Materialien, die das Erleben nachempfinden helfen, und eine Bepflanzung, die den geschützten Rahmen des Gartens ausmachen..."





Recht "neu" ist auch der Spielplatz auf dem Friedhof. Durch Zufall schnappte ich das mal in den Medien auf, vor allem wie darüber diskutiert wurde. 
"Wie? Ein Spielplatz auf einem Friedhof? Das geht doch nicht...dies ist ein Ort der Ruhe, Stille, der Trauer etc... was haben da spielende, tobende Kinder zu suchen..."?



Die Idee dahinter, das Konzept finde ich sehr schön, wobei "schön" schon wieder so ein Wort ist wo ich mich frage "passt das überhaupt zu so einem Thema"? Aber ja, es gut um die "Trauerwelt" von Kindern und Jugendlichen. Wie verarbeiten sie den Verlust eines Elternteils, der Geschwister oder Großeltern?
Wie fühlt es sich für sie an, wie gehen Kinder mit der Trauer um???

Wir betraten also den Spielplatz mit unseren Töchterlein, er ist aufgeteilt, was unter anderem auch zwei "Welten" symbolisieren soll.
Die "fröhliche" und die "trauernde" Welt von Kindern.
Eine Holzbrücke verbindet die beiden Welten.




In der föhlichen, heilen Welt funktionieren alle Spielgeräte. Man kann schaukeln, rutschen, sandeln...
Läuft man über die Brücke in die trauernde Welt so steht man ebenfalls auf einem Spielplatz, allerdings sind die Eimerchen, Schaufeln und Co im Sandkasten festbetoniert. Die Schaukeln sind so befestigt dass man zwar darauf sitzen, jedoch nicht schaukeln kann, und auf dem Hügel wo die Rutsche steht, ist auf der anderen Seite eine festere Folie auf der man nur sehr schwer den Hügel runter rutschen kann....
Überall sind Tafeln, mit gemalten Bildern, kleinen Aufsätzen und Beschreibungen wie Kinder den Tod und die Trauer erleben. 
Ein bedrückendes, komisches Gefühl...ich musste mit den Tränen kämpfen beim lesen.






Und wie war es  für Töchterlein?
Schwer zu sagen. Natürlich mussten wir sie und ihre Freundin etwas einbremsen was das laut sein und toben angeht. Dies funktionierte problemlos.
Wir versuchten es so gut es ging kindgerecht zu erklären. Ich muss sagen, garnicht so einfach. Vor allem habe ich gemerkt dass ich auch vieles verdränge was dieses Thema angeht.
Mein Töchterlein hat mich erstaunt wie neugierig und vor allem "offen" und einfach "gerade aus" sie damit umgeht, dass da Fragen kamen die einfach ehrlich und neugierig waren.

"Mama, sind da überall Menschen begraben?"
"Ja, aber weißt Du, dass ist nur der Körper, die Seele geht auf Reisen... derjenige der gestorben ist darf es sich aussuchen was er sein möchte oder wo er hin möchte...manche mögen vielleicht in den Himmel und sitzen auf einer Wolke, ein anderer mag vielleicht ein Schmetterling oder eine Blume sein...was derjenige eben mag..."

Wir kamen an Engelsstatuen vorbei und plötzlich hatten wir es von Menschen die vielleicht auch als "Schutzengel" wieder auf die Erde kommen und auf einen aufpassen.
Wie schon geschrieben, für mich persönlich war es garnicht so einfach die passenden Worte zu finden aber ich hoffe mal dass es ganz ok war...
Auf dem Weg in Richtung Ausgang sahen wir eine ältere Frau ein Grab pflegen, Blumen gießen etc. Töchterlein wollte natürlich wissen was die Frau da macht.
Kaum war ich fertig mit erzählen meinte meine Maus total selbstverständlich "Mama, wenn Du mal tot bist dann muss ich Dich auch gießen".

"Das musst Du nicht, wie Du magst". Ich musste lachen, lachen über diese Selbstverständlichkeit und ich fragte mich ob Kinder allgemein noch eine ganz andere Einstellung zum Tod haben.
Ist er überhaupt schon so greifbar?
Für Kinder ist die Zeit ja nochmals was ganz anderes. Sie leben in den Tag hinein und ein Morgen oder Übermorgen ist ja noch soooo lange.
Wo hat da der Tod platz?

Manchmal wünschte ich, ich hätte auch noch etwas von dieser Selbstverständlichkeit.
Es hat lange gedauert bis ich diesen Post fertig hatte, und ja, bis spätestens Samhain wollte ich ihn fertig haben. Er passt einfach.

Mein Töchterlein erstaunt mich immer wieder und ich bin gespannt was für Fragen "des Lebens" da noch beantwortet werden möchten.
Mit der Zeit wird es sicher "einfacher", man kann vielleicht noch mehr erklären, muss nicht so aufpassen was für Wörter man wählt.
Doch die Frage die ich mir häufig stelle ist,

wie bringe ich meinem Kind das alles "wertefrei" rüber?
Was ist der nächste Schritt wenn man den "nicht christlichen" Weg wählt?

Im Kiga hat sie keine Berührungspunkte was ich nicht schlecht finde, aber ich habe es auf dem Friedhof gemerkt.
"Mama, wer ist der Mann da am Kreuz?"
"Wer ist die Frau mit dem Kind?"

Ich antwortete zwar, ging aber nicht weiter darauf ein. Nicht weil ich mich weigere, dass wäre Schwachsinn, sondern weil ich an diesem Nachmittag selbst mit den Gedanken beim leben und sterben war.
Es wäre Schwachsinn wenn ich versuchen würde mein Kind vor dem christlichen Glauben zu bewahren, sie soll irgendwann selbst entscheiden und ihren Weg gehen, wenn sie älter ist selbst hinterfragen...
Zum hinterfragen gehört aber auch wissen,
und das wird wohl alles noch sehr spannend werden....

Dienstag, 14. August 2012

4 Jahre ;-)

Bei Deiner Geburt sah ich Dein Gesicht und wusste, das ist bedingungslose Liebe. 
Noch bevor Du eine Stunde alt warst, wusste ich, 
dass ich für Dich sterben würde. 
Du bist mein Wunder, mein Sonnenschein. 
Das Schönste, was mir passieren konnte....


Mein Sonnenschein,

heute hast Du Geburtstag!
Wie schnell doch die Zeit vergeht...als wäre es erst gestern gewesen...als Du um 7:50 Uhr auf die Welt kamst.
Ich ein kleines 4 Kilo-Bündel in meinen Armen hielt.
4 Jahre ist das nun schon her, und aus dem kleinen Krümelchen ist ein selbstbewußtes, fröhliches Mädchen geworden.
Ich wünsche Dir von Herzen dass Du diese Unbeschwertheit, die Neugier auf das Leben und Deine Fröhlichkeit nie ablegst!

Lass Dich feiern mein kleiner Sonnenschein!


Heute Morgen um 7 Uhr gabs "nur" diesen kleinen Muffin und ein kleines Geschenk, der Rest kommt später...
Jedenfalls brachte ich heute Morgen ein total aufgedrehtes, gut gelauntes Kind in den Kindergarten ;-)



Diese leckeren Muffins hat die Mama gestern Nachmittag für den Kiga gebacken ;-) Mal gespannt wieviel noch übrig sind wenn ich sie später abhole...

Samstag, 7. Juli 2012

Für ALLE Mütter...


Das hier ist für alle Mütter, die nächtelang
am Bett ihres Kindes verbracht und
geflüstert haben:"Ist ja gut mein
Schatz, Mama ist
hier!"

Für alle Mütter, die sich auf der Arbeit mit
Ausgespucktem im Haar, Milchflecken auf der
Bluse und Pampers in der Handtasche
blamieren.

Die Fahrgemeinschaften organisieren, Kekse
backen und Kostüme für Halloween nähen.

Das hier ist für die Mütter, die kleinen
Babys, die sie niemals sehen werden, das
Leben schenken.
Und für die Mütter, die diese Babys
aufnehmen und ihnen ein zu Hause schenken.

Für alle Mütter, die mit ihren unbezahlbaren
Kunstwerken ihrer Lieblinge die Küchenwände
schmücken.

Für all die Mütter, die beim Fußballspiel
ihres Nachwuchses auf unbequemen
Metallbänken
lieber erfrieren, anstatt das Spiel aus dem
warmen Auto mit laufender Heizung zu
verfolgen, um später
wenn die Kinder fragen: "Mama, hast du
mich gesehen?" sagen zu können:
"Aber natürlich, um nichts in der Welt
hätte ich dein Spiel verpasst!" und es
auch genauso meinen.

Das hier ist für alle Mütter, die im
Supermarkt mit ihren Kindern schimpfen und
sie in ihrer Verzweiflung am liebsten
erwürgen würden, wenn sie mit stampfenden
Füßen lautstark nach Eiscreme verlangen.
Und für alle Mütter, die stattdessen bis 10
zählen.

Das hier ist für alle Mütter die hungern,
damit Ihre Kinder essen können.

Für alle Mütter, die ihren Kindern, wenn sie
zur Schule gehen beibringen, wie man
Schnürsenkel bindet. Und für all die Mütter,
die stattdessen Schuhe mit Klettverschlüssen
kaufen.

Für alle Mütter, die ihren Söhnen
beibringen, wie man kocht und ihren
Töchtern, wie man ein Tor schießt.

Das hier ist für jede Mutter, die
automatisch reagiert, wenn eine kleine Stimme
ruft:"Mama!", obwohl sie wissen,
dass ihre eigenen Nachkommen zu Hause sind
-oder schon auf der Uni.

Für alle Mütter, deren Kinder vom rechten
Weg abgekommen sind, und sie nicht mit
Worten erreichen können.

Für alle Mütter, die nicht wissen, wo ihre
Kinder sind, ob sie weggelaufen sind,
entführt wurden oder überhaupt noch leben
und trotzdem die Hoffnung auf ein
Wiedersehen niemals aufgeben.

Für alle Mütter, die ihre Kinder mit Liebe
erziehen, damit sie diese Liebe anderen
weitergeben können, für den Frieden in der
Welt, und die nun für ihre Söhne beten,
damit ihnen kein Leid geschieht im
Krieg und sie gesund nach Hause
zurückkehren.

Was macht eine gute Mutter aus?
Ist es Geduld?
Mitleid?
Verständnis?
Die Fähigkeit ein Kind zu versorgen, Essen
zu kochen und einen Knopf fest zunähen, und
all das zur selben Zeit?

Oder ist es in ihrem Herzen?
Den Schmerz, den sie fühlt, wenn ihr Kind am
Ende der Straße verschwindet, um zum ersten
Mal alleine zur Schule zu gehen?

Der Ruck, der sie nachts aufschreckt und
nicht mehr einschlafen lässt, bevor sie
nachgeschaut hat, ob es auch wirklich
zudeckt ist und es ihm gut geht?

Die Unruhe später, die sie nicht schlafen
lässt, bis sie den Schlüssel in der Türe
hört und weiß, sie sind wieder sicher zu
Hause?

Die Gefühle einer Mutter sind so vielseitig,
und deshalb ist das hier für junge Mütter,
die unter Freizeit- und Schlafmangel leiden,
und ältere Mütter, die lernen müssen
los zulassen.

Für arbeitende Mütter und Mütter, die zu
Hause sind.
Für alleinstehende Mütter und verheiratete
Mütter.
Für Mütter mit Geld und ohne.
Das hier ist für ALLE Mütter!

Wir sollten genauso bleiben, wie wir sind,
und wie es uns unser Herz vorgibt.
Wir sollten unseren Kindern jeden Tag sagen,
dass wir sie lieben.
Und für sie beten.
"Zu Hause ist da, wo man Dich auffängt,
wenn du fällst!"
Und wir alle fallen....


Leider weiß ich nicht von wem das Gedicht ist, eine Mama hat es in ein Forum gestellt, durch Zufall habe ich es schon vor vielen Wochen gefunden und habe es meiner schwangeren Freundin geschickt ;-) 
 

Sonntag, 17. Juni 2012

Von zornenden Kindern ;-)

Dienstagabend war ich auf einem "Info-Abend" in unserem Kindergarten. Schon seit Wochen waren Flyer ausgehängt und Listen in denen man sich eintragen konnte.
Das Thema: " Trotz - Nein, ich will nicht!"

Ich fand das Thema sehr interessant und habe mich natürlich eingetragen. Ich persönlich fand es etwas erschreckend wie wenig Resonanz da war, wenns hoch kommt 5 Elternteile! Das ist garnichts wenn man bedenkt wieviel Gruppen es gibt und wieviel Kinder in der jew. Gruppe betreut werden.
Warum ist das so?
Ist es unschick, redet man nicht darüber, hat es was mit Versagensangst zu tun wenn man darüber redet, muss man nach außen hin die perfekte Familie sein? Eine Familie die alles im Griff hat und die Kinder natürlich NIEMALS zornen und trotzen?

Wenn es einen Infoabend über Babymassage, Ernährung, z.B. vom Brei zum Familientisch etc. gegeben hätte, wäre die Teilnehmerliste sicher übervoll gewesen.
Aber bei so unangenehmen Themen, oh neee, da redet man nicht drüber, da kauft man lieber den Bestseller der Erziehungsratgeber (denn was da drin steht muss ja stimmen) und macht mal (plump gesagt). Der Autor wird schon recht haben, schließlich ist er ja vom Fach...
Beim nächsten Ratgeber steht dann wieder was ganz anderes drin, "owe, aber XY hat das doch so geschrieben...was mach ich denn jetzt..."?

Ich habe auch so ein paar Exemplare dabei, schrecklich, ich konnte mich mit einigen Methoden absolut nicht anfreunden, bestes Beispiel, "Jedes Kind kann schlafen lernen" oder "Jedes Kind kann Regeln lernen" (die beiden Bücher stell ich übrigens demnächst in den Flohmarktteil hier auf meinem Blog).

So weit so gut, ich war jedenfalls froh und bereue es absolut NICHT dass ich gestern Abend auf diesem Vortrag war.
Ich hätte dieser Frau stundenlang zuhören können, vieles was sie erzählte, erklärte war auf einmal so "klar", ich dachte oft "Mensch, ja klar, klingt logisch..."

Was ist denn Trotz?
Trotz ist ein sehr wichtiger Schritt in der kindlichen Entwicklung! Er gehört dazu oder wie es gestern Abend hieß, "ohne Trotz wird niemand erwachsen" ;-)
Trotzphasen beginnen meißt mit 2-3 Jahren, wenn ein Kind versucht seine Bedürfnisse geltend zu machen, wenn es eine Situation als schwierig erlebt und sich nicht durchsetzen kann.

Das ICH steht ganz arg im Vordergrund und hat für mich, für mein Verständnis NICHTS mit einem egoistischen, durchtriebenen Kind zu tun, welches mit aller Gewalt seinen Willen durchsetzen will.

Der eigene Wille entwickelt sich, es ist kein Baby mehr, ein Kind spürt und entdeckt seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Diese sind andere als das was natürlich wir Eltern, was unser Umfeld erwartet.
Mit Trotz versucht ein Kind also seine Ansprüche, seine Bedürfnisse zu verteidigen.
Sie können sich ja auch noch garnicht richtig mitteilen, ausdrücken, vieles können die Kleinen auch einfach noch nicht verstehen.
(Ich habe mich während des Vortrages oft dabei ertappt wie ich gedacht habe " Man, wir erwarten und verlangen ganz schön viel von unseren Kindern"...)
Abgesehen davon lernt ein Kind in dieser Zeit sehr viel, es beginnt zu sprechen, zu laufen, es versucht alleine die Schuhe anzuziehen,  zu klettern etc.
Es hat ein Erfolgserlebnis, es freut sich riesig in dem Moment, z.B. wenn es alleine eine Treppe hoch gelaufen ist. Und auf der anderen Seite kommt es recht schnell wieder an seine eigenen Grenzen. Nun ist es alleine, freudestrahlend die Treppe hoch gelaufen, dreht sich um und sieht, dass es ja garnicht alleine wieder runter kommt, dass z:B. Mama weit weg ist.

Es sind die Kleinigkeiten, spielen ist wie Arbeit für die Kleinen. Wenn man da natürlich das Kind aus dieser Situation, ich sag jetzt mal "raus reisst", man verlangt dass es aufhört zu spielen weil z.B. ein wichtiger Termin ansteht, man zur Arbeit muss und vorher das Kind noch in den Kindergarten bringen muss etc... dann ist das natürlich für so nen Zwerg ein Weltuntergang. Das man es zeitig ankündigen  sollte, "...du, noch 5 Minuten dann müssen wir aber los..." (oder so ähnlich).

Klare Ansagen und konsequent bleiben, ein JA ist ein JA und ein NEIN ist ein NEIN!
Das hört sich logisch an, klar, aber sicher gehts da vielen Eltern so wie mir. Manchmal gibt man eben doch nach, bleibt nicht bei seiner Aussage weil man in dem Moment vielleicht einfach den Weg des geringsten Widerstandes gehen mag ;-)
Es hieß man soll das emotionale Verhalten des Kindes nicht persönlich nehmen, bei uns passierte es auch schon das Töchterlein in einem Tobsuchtsanfall schrie "Mama du bist doof, du bist Kacka". Persönlich hab ich das noch nie genommen, i m Gegenteil, ich musste mir in dem Moment noch das lachen verkneifen. Lachen möchte man ja auch nicht in so einer Situation, dass wird dann evtl. als auslachen aufgefasst und erweckt im Kind vielleicht den Gedanken man nimmt es in seiner Situation nicht ernst.
Sich hineinfühlen in die Situation des Kindes, Verständnis und versuchen dies mit einfachen Worten wiederzugeben.
"Ich kann ja verstehen dass Du zornig bist, Du willst noch weiter spielen...aber das geht jetzt nicht,die Mama hat einen Termin... Doch komm, wenn wir später wieder zuhause sind spielen wir zusammen weiter..."
Mitgefühl und auch zeigen dass man zwar mit dem Verhalten des Kindes nicht einverstanden ist, es aber trotzdem geliebt wird.

Das ist meiner Meinung nach verdammt wichtig! Ich habe schon oft festgestellt dass die Kleinen das nicht unterscheiden können.
Wenn ich mal schimpfe, sich mein Ton verändert, vielleicht auch mal zu Töchterlein sage "du bist gerade garnicht lieb, du ärgerst die Mama"... dann kann es passieren dass Töchterlein sofort Panik kriegt und sagt "Aber Mama, ich hab Dich doch lieb"!
Ich erkläre ihr dann das ich sie IMMER LIEB habe, egal was sie anstellt. Lieb sein und jemanden lieb haben zweierlei sind.
(Garnicht so einfach das mit einfachen Worten zu erklären ;-) )

Was ich nicht wußte, bzw. noch nie gehört hab war dass Kinder nicht bei jedem zornen oder trotzig sind. Dass es Personen sind wo sie, ich sag jetzt mal "wissen" dass sie das dürfen. Personen wo sie sicher sind dass sie sich auch mal unangepasst verhalten dürfen und dass diese Person das auch aushält, das Kind auffängt...
Das Prinzip des "Festhaltens" fand ich auch erstaunlich. Wenn garnichts mehr geht, dass man das Kind festhält, bis der Anfall vorbei ist.
Ich dachte im ersten Moment, "wie, festhalten? gegen seinen Willen? Darf ich das etc...?"
Irina Prekop hat da eine ich sage jetzt mal "Festhaltetherapie" entwickelt....bin da selber noch am einlesen. Aber die These find ich interessant. Dass da "jemand" ist der mich aushält, mich halten tut, auch wenn alles so "schrecklich ist"...

FAZIT:
Verdammt viel Input! Ich kam spät nach Hause und mein Kopf war regelrecht "voll" ;-)
Es gab Situationen in denen ich Tränen in den Augen hatte weil ich an meine Kindheit dachte, an Erziehungsmethoden die man vielleicht noch vor 30-40 Jahren hatte.
Früher, ja "früher war ja alles anders" (blabla)
Auch früher gab es trotzende, zornige Kinder doch drakonische Strafen, Disziplinierungsmaßnahmen, Liebesentzug oder einfach den Widerstand im Keim ersticken brachen wohl eher den Willen eines Kindes.

Und die Folgen?
Schuldgefühle, Minderwertigkeitskomplexe...oder Gedanken wie "ich muss es jedem recht machen damit man mich mag und ich geliebt werde".
Lernen NEIN zu sagen muss man mühsam lernen (oh ja, da kann ich ein Lied von singen)...

Ich glaube es ist normal dass man sich sagt " ich möchte bei meinen Kindern einiges anders machen" und ich persönlich weiß dass ich auf dem richtigen Weg bin ;-)
Mein Kind mag manchmal aufmüpfig und impulsiv sein, es gab Situationen in denen man mir sagte wenn ich jetzt nicht knallhart durchgreife macht mein Kind mit mir was es will... oder noch besser ich bekam schon sogenannte "Tips"  ich solle doch mein Kind in seinem Zimmer einschließen dass wäre immerhin besser als schlagen"....
HALLO? GEHTS NOCH!?
Es geht auch anders, mit Ermahnungen und wenn das nicht geht den Konsequenzen daraus...etc.
Ich jedenfalls bin stolz auf mein Töchterlein, so anstrengend wie mein Löwenmädchen auch sein mag ;-)
Sie darf zornen und toben, sie hat ihr Selbstbewußtsein, probiert vieles aus und ist nicht so ängstlich.
Sie wird ihren Weg gehen und wenn sie diese selbstbewußte Art beibehält ist das super!
Wer weiß was die Zukunft bringen mag, mit was sich unsere Kinder noch auseinandersetzen müssen.
Aber ich werde für sie da sein, sie halten, stärken und trösten wann immer es nötig ist!
Ihr Platz und Raum bieten zum weinen, schreien und wütend sein, ich werde  ihr die Schulter zum ausweinen sein und zu einer "Löwenmama" werden wenn ihr Unrecht geschieht!
Und das wichtigste, die LIEBE, die BEDINGUNGSLOSE LIEBE die IMMER das sein wird. 


Foto von destroyer "Two hearts"
Quelle: www.piqs.de


Sind so kleine Hände
winz´ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten
könn´ sie sonst nicht gehn.

Sind so kleine Ohren
scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen
werden davon taub.

Sind so kleine Münder
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten
kommt sonst nichts mehr raus. 

Sind so klare Augen
die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden
könn´ sie nichts mehr sehn.

Sind so kleine Seelen
offen ganz und frei.
Darf man niemals quälen
gehn kaputt dabei.

Ist so´n kleines Rückgrat
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen
weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen
wär´n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
hab´n wir schon zuviel.

(Songtext von Bettina Wegner)