Mittwoch, 31. Juli 2013

Manchmal....

... sollte man einfach nicht ans Telefon gehen.
Ich war lange am grübeln ob ich das hier erwähnen, schreiben sollte oder eher nicht, aber mich beschäftigt das ungemein.
Montagmorgen bekam ich einen Anruf der mich ziemlich aus der Bahn geworfen hat.
Bevor es vor über drei Wochen "eskalierte" kontaktierte ich eine Person die bei meinem Arbeitgeber für Personalsachen, Wiedereingliederung etc. zuständig ist. Ich kannte sie schon da ich vor zwei Jahren knapp 8 Wochen zuhause war und daher danach ein Gespräch hatte.
Man wußte damals schon über meine Arbeitsstituation Bescheid, meine Vorgeschichte ebenfalls.
Damals hies es ich könne mich jederzeit melden.
Das tat ich dann auch, die Situation kurz vor dem eskalieren stand und ich nicht mehr weiter wußte.
Ich schrieb ihr eine sehr lange Mail da ich an meinem Arbeitsplatz nicht ungestört telefonieren konnte. Sie rief mich zurück, ich sollte ihr schriftlich sozusagen mein Einverständnis geben dass sie sich mit meinen Vorgesetzten in Verbindung setzt.
Das schlug alles schon ziemliche Wellen.
Abends rief sie mich zuhause an, was man denn tun kann damit die Arbeitssituatin erleichtert wird etc.
Zu diesem Zeitpunkt ging es mir schon von Tag zu Tag beschissener,
natürlich folgten Kommentare wie "Sie sind wichtig Frau X, wenn Sie jetzt aus den Latschen kippen haben die Herren ein Problem...Sie werden gebraucht... Sie müssen in einem Team denken...etc."
Noch mehr Druck staute sich auf, Gedanken ja niemandem ich Stich zu lassen etc.
Der nächste Tag war dann mein letzter Arbeitstag,
Meine Chefs und Kollegen konnten mit der Situation absolut nicht umgehen, ich machte meine wichtige, auf Termin gesetzte Arbeit fertig.
Als mein Chef in meinem Büro stand und ich ihm irgendwann sagte dass ich an einem Punkt bin wo ich absolut nicht mehr kann, es mir beschissen geht, auch körperlich....verlies er einfach das Büro.
Zwei Stunden später ging ich, als ich mich verabschiedete meinte er noch "Sie sehen das alles viel zu eng, nehmen Sie sich nicht alles so sehr zu Herzen"
Man wollte mich nicht selber fahren lassen aber ich zog das durch (sonst wäre mein Auto ja dort gestanden) und fuhr schnurstracks zu meiner Hausärztin.
Ich wollte in diesem Zustand nicht noch durch die ganze Stadt tigern um zu meiner Psychiaterin zu fahren.
Meine Hausärztin zeigte sehr viel Verständnis, stellte mir ein Rezept aus weil ich mit meinen 75mg nicht weiter kam und betonte aber dass ich auf jeden Fall noch zu meiner Psychiaterin gehen sollte. Sie zg mich sozusagen aus dem Verkehr für vorerst 14 Tage.

Abends rief ich also die Dame an und schilderte ihr den Tag, was alles vorgefallen war, wie es mir geht etc.
Dass ich direkt nach der Arbeit zu meiner Ärztin gefahren bin...
"Und nun sind Sie krankgeschrieben? Wie lange?"
- "Ja, vorerst 2 Wochen".
"Ok, dann kommen Sie am 29.07. wieder....was können wir tun bis dahin...ich kann nicht zaubern, also liegenbleiben wird bestimmt was aber so und so..."
Ich bekomme nicht mehr alles zusammen, ich hatte die Dame gut 45 Minuten am Telefon aber was die Arbeitssituation betrifft war dies alles schon so lange bekannt und man hat es einfach ignoriert. Hat ja alles geklappt...
Doch dann fing sie an, "jaaaa, Sie haben einen Burnout, und die vier Säulen einen Burnouts sind blablabla...sie müssen dies und das tun....suchen Sie sich eine Insel, gehen sie raus in den Wald, frische Luft, geben Sie ihrem Körper das was er braucht, gesundes Essen, viel trinken etc..."

Mein Kopf war schier am platzen, schaffte es nicht das Gespräch zu beenden und dachte nur "alles recht und schön, kommt Dir ja auch irgendwie bekannt vor, Therapie, Achtsamkeit etc. aber hallo, im Moment bin ich sowas von fertig und ausgelaugt dass ich gerade echt nicht weiß wie ich wieder auf die Beine komme...nicht für die Arbeit sondern für mich, mein Kind, meine Lieben...."
Sie wollte wissen warum ich bei meiner Hausärztin war und nicht bei der Psychiaterin, wann ich wieder Therapie habe etc. Ich musste ihr erstmal den Unterschied erklären zwischen einem Psychiater, also einem Arzt den ich für mich eigentlich nur "Dealer" nenne weil er für die Medis, Rezepte, Konsilliarberichte und Krankmeldungen zuständig ist und einem Psychotherapeuten, bei dem ich eben meine Therapie mache...
So weit so gut.
Nach dem Telefonat war ich sehr verunsichert und es übte enormen Druck aus. Das Gefühl zu wissen dass man mit mir in 14 Tagen rechnet, scheiße, wie kriegst Du das hin, Du musst funktionieren....

4 oder 5 Tage später klingelte wieder das Telefon.
Wie es mir den ginge, was ich denn heute schon gemacht habe, "sie wissen ja, ihre Insel bla bla..."
"Was ich heute gemacht habe? Nicht viel, ich habe am WE auf 112 mg erhöht, alles kostet mich verdammt viel Kraft, ich quäle mich aus dem Haus, gehe am besten gleich nachdem ich mein Kind in den Kiga gebracht habe einkaufen, damit ich danach gleich wieder nach Hause kann und nicht das Haus verlassen muss, ich bekomme mit ach und krach irgendwie das nötigste hin..."
-" Das hört sich dann aber schon nach einer Depression an...wissen Sie, ein Burnout kann mit einer Depression enden, aber nicht jede Depression ist ein Burnout..."
Ach nee, oh man...
Klar, sicher hat Sie irgendwelche Seminare hinter sich und versucht das nun 1:1 umzusetzen, aber so funktioniert das eben nicht.
Weshalb sie aber anrief war, weil die Personalabteilung eine Gespräch mit mir möchte, ob ich mir das vorstellen kann und wann.
Schon wieder Druck, sch*** was wollen die von Dir?
Ich sagte dass ich nicht abgeneigt bin, aber ich brauche noch Zeit, so und so siehts aus. Möchte jetzt erstmal meinen Therapietermin wahrnehmen und ich melde mich wieder.
Nach einigen Tagen schrieb ich ihr eine Mail, dass ich wie schon gesagt, nicht abgeneigt von einem Gespräch bin, aber es mir derzeit nicht möglich ist, es viel an Überwindung und Kraft gekostet hat zur Therapie zu gehen da diese mitten in der Stadt ist.
Bis Montag war nun Funkstille.
Letzte Woche hatte ich nochmals einen Termin bei meiner Hausärztin, meine Psychiaterin befindet sich im Sommerurlaub und ist erst ab 19.08. wieder da, vorher bekomme ich also keinen Termin.
Meine Therapeutin hat ebenfalls Urlaub und meine letzte Therapiestunde war auch leider erstmal die letzte da ich meine Stunden ausgeschöpft habe und ein Antrag auf Verlängerung vor 4 Wochen raus ist.
Ich hoffe echt dass ich nochmals eine Verlängerung bekomme, meiner privaten KK ist das egal, die sagen von vorneherein 20 Stunden im Jahr. Die wollen keine Anträge, Berichte etc.
ABER, die Beihilfe möchte das! Man muss einen Antrag stellen, bekommt zig Formulare nach Hause geschickt in 4facher Fertigung und vielen bunten Umschlägen.
Der ganze Wisch geht dann an einen Gutachter...

Da meine Hausärztin nun auch Urlaub hat, auch erst ab dem 19.08. wieder da ist, ich ihr schilderte wie es mir geht, was die Telefonate bewirken etc. schrieb sie mich weiterhin krank.
Sie sagte auch, ich solle aufpassen, Personalgespräche bringen nur etwas wenn man eine Lösung hat, sowas kann auch einfach nur fies sein...
Meine Krankmeldung schickte ich noch am selben Tag ab.
Montag Vormittag klingelte mein Handy.
Ich sah eine Nummer auf dem Display und lies aber die Mailbox an.
Es war wieder die Dame, sie wollte sich mal melden wie es mir den geht und ob ich heute Morgen meinen Dienst angetreten habe.
Wie sich das anhört, sind wir bei der Bundeswehr?
Ich rief sie also zurück.
Wo ich denn wäre, ob ich noch zuhause bin.
-"Ja, ich habe meine Krankmeldung doch noch Donnerstag abgeschickt".
"Die ist nicht angekommen, meine Chefs wüssten von nichts".
Ich konnte es mir nicht verkneifen zu sagen ob sie denn schon am Briefkasten waren, wenn ich Montagmorgens zur Arbeit komme quillt der Briefkasten schier über da die Post von Freitag und Samstag noch drin ist und noch niemand geschaut hat. Ansonsten solle man mir Bescheid geben und ich schicke eine Kopie.

"Waren sie wieder bei ihrer Hausärztin?"
-"Ja, meine Psychiaterin befinden sich in Urlaub, vor dem 19.08. kann ich da nicht hin und zur Vertretung gehe ich nicht".
"Aber so kommen wir ja nicht weiter, jetzt sind sie nochmal krankgeschrieben und dann vielleicht nochmal...
Ich versuchte zu erklären dass meine Psychiaterin mich aber auch nicht weiterbringt, die Besuche meist nie länger als 5-10 Minuten gehen, gefragt wird wie es mit den Medis aussieht, ob ich ein Rezept brauche, was sie sonst noch tun kann...fertig.
"Ja, aber dass ist ja dann auch nichts, wie lange sind sie denn schon bei der?"
Oh Man, also nochmals, ich erklärte also wieder den Unterschied zwischen Psychiater und Therapeut.
"Aha, und ihre Psychiaterin bekommt keine Berichte von ihrer Therapeutin?"
-"Nicht dass ich wüßte".
"Aber das müssen Sie doch wissen, sie wissen ja schon dass Sie das Recht auf diese Berichte haben, diese anfordern können?"

Keine Ahnung, ich weiß es nicht, und ehrlich gesagt wollte ich diese Berichte bis jetzt auch nicht. Was würden mir denn psychiatrische, in ärztesprache geschriebene Berichte bringen?
Ich merkte wie ich schon wieder wackelig und zittrig wurde und dann kam der Knaller.
"Wissen Sie, ich muss ja gestehen dass es schwer für Außenstehende ist, ich bin ja sozusagen ein Laie was das Thema Depressionen angeht. Wenn sich jemand ein Bein bricht ist es ja absehbar dass die nach 6 Wochen verheilt ist...aber bei Depressionen ist das ja anders... wir müssen schauen wie wir Sie dauerhaft stabil kriegen, auch an ihrem Arbeitsplatz denn Sie sind ja noch jung. Wissen Sie, ich möchte Ihnen jetzt keine Angst machen, aber wenn sie immer wieder ausfallen könnte es sein dass man vielleicht irgendwann prüft ob Sie noch dienstfähig sind...."

Hallo!? Wie bitte!?
Ich dachte ich höre nicht richtig.
Verfiel sofort wieder in die Rolle Rechenschaft ablegen zu müssen.
Mir viel in diesem Moment nur noch ein "ok, Sie wissen aber schon dass ich in diesem Jahr vor diesem Zusammenbruch erst 2 Wochen zuhause war aufgrund meiner Vorgeschichte..."
Da kam einfach alles zusammen, hat sich zuviel aufgestaut, meine privaten Baustellen und eben dass auf der Arbeit, dass ich nun noch eine Person übernehmen soll...
"Wissen Sie, mit ihren privaten Baustellen kann ich Ihnen nicht helfen...wenn zu mir eine Frau kommt die von ihrem Ehemann verdroschen wird kann ich ihr auch nicht helfen, da muss sie ihn schon selbst rauswerfen..."

Aha, alles klar.

"Ist Ihre Arbeit zuviel, dass müssen wir alles mal prozentual ausrechnen....aber vor zwei Jahren sagten Sie mal bei einem Gespräch sie seien nicht ausgelastet..."
Oh ok, fahren wir jetzt auf dieser Schiene?

Damals war ich bei 100%, mittlerweile bei 85% und ich werde auf 75% gehen.
Dem ist schon lange nicht mehr so, ich kam mit meiner Arbeit gut zurecht, hatte keinen Termindruck etc. Und ja, wenn ich mal zurückdenke, ehrlich zu mir selbst bin hat sich dass in den letzten Monaten schon aufgestaut. Dass ich nach einigen Stunden auf der Arbeit an Kraft und Konzentration nachgelassen habe, manches nur noch schleppend ging, wo ich doch früher immer so schnell und der Perfektionist war.
(Das sagte ich ihr nicht, aber mir ist es die Tage eingefallen...)

Die letzten Minuten dieses Telefonates krieg ich garnicht mehr richtig zusammen, ich sagte kaum noch was und antwortete recht wenig.
Doch das erschreckende für mich war, dass ich ab einem bestimmten Moment meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle hatte.
Meine Muskeln in den Oberarmen begannen heftig zu zucken und ich hielt zitternd den Hörer in der Hand.
Dieses Gespräch war für mich absolut für den Arsch!
Im Gegenteil, es warf mich aus der Bahn und in meinem Kopf machten sich Gedanken breit wie "oh nein, funktionier jetzt schnell wieder, die schicken Dich noch zum Amtsarzt wenn Du noch länger fehlst etc..."

Ich habe mir das alles nicht ausgesucht, und erst recht wünsche ich mir nichts sehnlicher wie dass es Bergauf geht. Dass sich wieder mehr Lebensfreude breit macht, nicht alles so schleppend und qualvoll erscheint. Dass ich wieder ICH bin, mehr Power habe, meinen Alltag hin kriege und noch viel mehr, dass ich wieder mehr Mama bin, für mein Töchterlein eine gute Mama bin.
Diese Gedanken machen sich nämlich auch breit, fehlt es meiner Maus an irgend etwas, kriegt sie mehr mit als wir vielleicht denken, Kinder sind ja nicht blöd...
Es ist Sommer und Urlaubszeit, und die Urlaubsplanung meiner Ärzte und Therapeutin habe ich nicht in der Hand. Ist eben derzeit so...zaubern kann ich nicht.

So langsam werd ich nun mal zum Ende kommen. Mein Töchterlein wartet im Kiga...
Es tat gut diese Zeilen zu schreiben, weil es mal raus musste!
Ans Telefon gehen werde ich jedenfalls vorerst NICHT mehr :-(

Übrigens, VIELEN vielen DANK nochmals für die lieben und netten, zum nachdenken anregenden Kommentare meines vorherigens Post.
Das tat gut!


Kommentare:

  1. Hallo meine Liebe!

    An solche Dinge erinnere ich mich noch allzu gut. Erstens: Lass das mit der Dame zu reden! Es zieht dich nur noch mehr runter und bringt gar nichts! Sag ihr einfach, dass du zum derzeitigen Zeitpunkt nicht mit ihr reden kannst und möchtest. Fertig!
    Du bist krank - wenn sie dich ständig nerven - trägt das nicht zur Heilung bei sondern setzt dich noch viel viel mehr unter Druck und Stress.
    Gift für die momentane Krise.

    Ausserdem redet die Frau Schwachsinn. Versuche es nicht an dich rankommen zu lassen. Bleibe im HIER und JETZT. Nicht was in ein paar Wochen oder Monaten ist. Und wenn du noch länger fehlst - dann ist das eben so. Nutze die Zeit für Dich unf vorallem nutze sie wirkich!

    Es bringt gar nichts dich mit Tabletten soweit hinzubekommen, damit du dann wieder funktionieren kannst und schön brav wieder in die Arbeit zurück gehst. Erst einmal bringt das nämlich nix und das weißt du ja auch.

    Wenn die Arbeit liegen bleibt - dann ist das nicht dein Problem! Notfalls gibt es Leiharbeiter, die in einem Krankheitsfall vertreten - aber auch das ist nicht dein Problem.
    Dafür sind die zuständig, deren Arbeit das ist. Du bist krank und DU bist dein Fokus. Das ist was zählt.

    Wie die das regeln - lass deren Sache sein. Lass dir keine Angst machen und keinen Druck. Mach eine "Nachrichten"sperre und fertig ist. Fokus auf Dich und auf das was dir gut tut.

    Ich drück dich!

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  2. Was nimmt die sich überhaupt das Rech heraus, dich so auszuquetschen?? Das darf die eigentlich gar nicht, und soweit ich weiß musst du auch keine Rechenschaft ablegen, warum du krank bist. Das geht deine Arbeitgeber nichts an und du musst auch denen nichts sagen. Wenn sich da rechtlich nichts geändert hat, was ich nicht glaube. Sag ihr sie soll dich in Ruhe lassen, weil das zu deiner Genesung nicht beiträgt, sondern das Ganze dich noch mehr stresst. Was ja auch stimmt. Die haben kein Recht dich soweit runterzuziehen und zu nerven und zu stressen daß du dich mit Ach und Krach irgendwann wieder hinschleppst. Und dann irgendwann komplett zusammenbrichst. Das ist keine Arbeit wert.

    Dann BLEIBT eben was liegen. Nicht dein Problem. Du bist krank, du solltest dich nicht noch mit so einem Kram zusätzlich belasten. DU bist wichtig, dein Körper, deine Gesundheit, deine Familie. Nicht die an der Arbeit...

    Leicht gesagt, ich weiß. Ich habe auch lange gebraucht um zu lernen daß Arbeit nicht alles ist.

    Fühl dich gedrückt!

    Gute Besserung!

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  3. Also ehrlich gesagt finde ich das sehr krass wie die dich ausquetscht. Mein erster Gedanke war auch: darf die das überhaupt in dem Maße? DU musst auf jeden Fall nicht antworten und du schuldest denen auch keine Rechenschaft. Dir sollte klar sein, dass diese Dame im Auftrag deines Arbeitgebers schafft und daher immer darauf bedacht sein wird SEINE Interessen durchzusetzen und nicht deine, egal wie nett sie klingen mag.

    Meine beiden Vorrednerinnen haben absolut recht, diese Anrufe machen alles nur schlimmer. Ich würde sie einfach nicht annehmen und vorerst ignorieren. Wärst du im Krankenhaus und würdest im Koma liegen, könntest du auch nicht ran (blöder Vergleich, ich weiß).



    Gruß
    c.

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  4. Also, ich weiß es ehrlich gesagt nicht was sie darf? Ich saß die letzten Tage viel vor dem Laptop und suchte nach irgendwelchen Maßnahmen, Vorschriften etc. wie das beamtenrechtlich aussieht. Hier geht es um BEM Maßnahmen (Berufseingliederungsmanagement). Ich war wohl etwas zu naiv, denn wie C. schon schrieb, sie schafft im Auftrag meines AG.
    Es heißt, wenn ich das richtig verstanden habe, dass wenn man innerhalb 6 Monaten länger als 6 Wochen krank ist, eine Vorladung beim Amtsarzt kriegen kann. Diese 6 Wochen müssen NICHT am Stück sein, und es liegt teilw. auch im Ermessen des AG. Manche sind da etwas "toleranter".
    Ich muss nicht dazu sagen dass man mit einem kleinen Kind wenns dumm läuft öfters zuhause ist, Grippe und Co.
    Ich fands erschreckend als ich beim lesen auf ein Forum gestoßen bin:
    http://www.kommunalforum.de/Thread-Vorladung-zum-Amtsarzt-fraglich

    Wie ein Amtsarzt und psychiatrischer Gutachter über Deinen eigentlichen Therapeuten und Psychiater hinwegentscheiden ob man wieder arbeiten gehen kann oder nicht...
    Klar, bis dahin muss viel passieren und ich habe es eh nicht in der Hand was die Damen und Herren planen und entscheiden, aber die Art und Weise finde ich einfach ziemlich krass und daneben.

    Vorerst werde ich Sie ignorieren, DAS war mir nach dem letzten Telefonat klar.
    Immerhin hatte ich heute Post im Briefkasten. Meine Therapeutin hatte 20 Stunden beantragt und bewilligt bekam ich 78!
    Damit kann man VIEL "arbeiten". Ein weiterer Antrag auf Verlänerung wird allerdings nicht mehr bewilligt.
    Was mich etwas irritiert, es wurde darauf hingewiesen dass andere psychotherapeutische Maßnahmen NICHT beihilfefähig sind.

    Feona fragte ja ob ich mir schonmal Gedanken zwecks einer Kur gemacht habe. Dieses Thema war 2010 schonmals sehr präsent und ich habe es mehr oder weniger aufgegeben.
    Wie sagte damals meine Psychiaterin: "Wenn Sie gesetzlich versichert wären, hätten Sie schon längst eine MuKi-Kur oder anderes..."
    Die Tage sprach mich dann eine Freundin darauf an ob ich mir mal Gedanken gemacht hätte ob eine Tagesklinik vielleicht was wäre...
    DAS wäre dann ja in dem Sinne keine Kur?
    Mal sehen ob ich mich da mal schlau mache.

    Ja, ich sollte im hier und jetzt bleiben...garnicht so einfach....aber ich bin dran.
    Vielen Dank für Eure Kommentare.

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  5. das, was die frau da gemacht hat, finde ich voll übergriffig und kein bißchen hilfreich. gut, daß du beschlossen hast, nicht mehr mit ihr zu reden. wenn das ganze zum amtsarzt geht - ja, dann geht es eben zum amtsarzt. vielleicht wird denen dann endlich mal bewußt, daß die situation ernst ist und du keine frau bist, die einfach keine lust hat, arbeiten zu gehen, sondern daß du WIRKLICH nicht kannst. äh, diese bigotte geisteshaltung in unserer gesellschaft geht mir total auf den keks. auf der einen seite ist sowas wie wellness und selbstpflege total in, aber sobald ein mensch am ende ist und sagt, ich brauche die zeit und den raum für mich und kann grad nicht funktionieren, ist's dann vorbei. ätzend.

    was deine tochter angeht: ja, sie kriegt mit, daß du probleme hast. ist das schlimm? mein sohn kriegt auch mit, daß ich behindert bin - ich kann nicht vortäuschen, daß ich mit ihm auf bäume klettere oder fußball spiele. ich denke, kinder akzeptieren diese dinge ganz anders, unvoreingenommener als erwachsene.

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